Mit einer Mischung aus Unverständnis und Empörung hat der Philologenverband Schleswig-Holstein auf die von Bildungsministerin Karin Prien angekündigte Zusammensetzung des beratenden Gremiums der neuen „Allianz für Lehrkräftebildung“ reagiert.

„Die Lehrkräfte an unseren Schulen, die sämtlich als Ausbildungslehrkräfte der Referendare und als Betreuerinnen und Betreuer der Praktikantinnen und Praktikanten sowie der Seiten- und Quereinsteiger tätig sind, gehören selbstverständlich in eine solche Allianz zur Lehrkräftegewinnung und zur Ermittlung des Lehrkräftebedarfs“, fordert Barbara Langlet-Ruck, die Vorsitzende des Philologenverbands Schleswig-Holstein. „Unsere Mitglieder kennen aus mehrfacher Perspektive die Lehrerausbildung und arbeiten täglich unter den gegebenen Rahmenbedingungen. Sie wissen, wie die Ausbildungsphasen zum Lehrerberuf zu füllen sind. Sie kennen die Gestaltungserfordernisse, welche den Lehrerberuf attraktiv machen. Warum ausgerechnet diese relevante Gruppe von Praktikerinnen und Praktikern nicht in dem Kuratorium dieser wichtigen und ressourcenreichen neuen Einrichtung vertreten sein soll, erschließt sich uns und unseren Schulen nicht!“
Ein möglicher Verweis auf die Einbeziehung des Hauptpersonalrats überzeugt den Philologenverband dabei nicht. Dieser sei als gewähltes Mitbestimmungsgremium lediglich innerdienstlich für die Belange der aktiven Lehrkräfte, bezogen auf deren dienstliche Verhältnisse, zuständig.

Der Philologenverband Schleswig-Holstein fordert die Landesregierung auf, ihre Entscheidung über
die Zusammensetzung des beratenden Kuratoriums zu korrigieren und die Lehrerverbände als politische Interessenvertretungen der schleswig-holsteinischen Lehrkräfte einzubeziehen. „Die Kompetenz der Lehrerverbände in Fragen der Lehrkräfteausbildung und -gewinnung nicht zu nutzen, wäre achtlos“, so Barbara Langlet-Ruck.

Dr. Barbara Langlet-Ruck                              Walter Tetzloff

(1. Vorsitzende)                                         (Pressesprecher 0431 – 80 41 59)

 

An den 100 Gymnasien (99 Gymnasien und 1 Abendgymnasium) des Landes Schleswig-Holsteins werden rund 74000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Hinzu kommen die Schülerinnen und Schüler der 43 Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe. Der Philologenverband Schleswig-Holstein vertritt die Interessen sämtlicher Gymnasiallehrerinnen und Gymnasiallehrer an Gymnasien und Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe.