Die schrittweise Öffnung der Schulen für alle Jahrgangsstufen wird vom Philologenverband Schleswig-Holstein begrüßt. „Dass noch vor den Sommerferien alle Jahrgänge wieder zur Schule gehen und damit eine Rückkehr zur schulischen Normalität eingeleitet wird, entspricht sicher dem Wunsch der meisten Eltern, Kinder und Lehrkräfte“, stellte Jens Finger, der Vorsitzende des Verbandes, dazu fest. „Auf diesem Wege dürfen Landesregierung und kommunale Schulträger die Schulen und Schulleitungen aber nicht allein lassen“, so die Forderung des Verbandes.

Im Einzelnen richtete Finger dazu an die politisch Verantwortlichen zwei Forderungen, die nur scheinbar zueinander im Widerspruch stehen:

Zum Einen forderte der Philologenverband folgende Unterstützungsmaßnahmen im Einzelnen ein:

– die Sicherstellung räumlicher Ressourcen, die das Abstandsgebot im Unterricht und in den Pausen effektiv gewährleistet und den hygienischen Anforderungen genügt,
– die unterrichtliche Entlastung besonders betroffener Lehrerinnen und Lehrer, die während der Corona-Krise in besonderer Weise mit organisatorischen Aufgaben befasst waren, sind und sein werden,
– die konsequente Handhabung der Fürsorgepflicht gegenüber schutzbedürftigen Kolleginnen und Kollegen, die aufgrund ihres Alters und / oder ihrer Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe besonderen Herausforderungen im Dienst ausgesetzt sind.

Zum Zweiten mahnte der Verband aber in dieser Situation auch die ministerielle Schulaufsicht, den Schulleiterinnen und –schulleitern und weiteren Funktionsträgern einen großzügigen Handlungsspielraum zu gewähren: „Nur mit Vertrauen in deren Entscheidungen vor Ort kann der behutsame Wiedereinstieg in die Normalität gelingen“, so Finger.

Der Philologenverband zog als Resümee der letzten Wochen die Einschätzung, dass die Lehrkräfte an den allgemein bildenden Schulen erhebliche Anstrengungen unternommen hätten, die „provisorische Interimsperiode von ausgefallenem oder eingeschränktem Präsenzunterricht einerseits und pädagogischen Aufträgen via elektronische Medien zu bewältigen.“ Dabei seien einige an die Grenze ihrer Belastung gekommen. „Umso wichtiger ist es, bei der von allen gewünschten Rückkehr zur schulischen Normalität keine Fehler zu machen!“ schloss Finger.

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