Angesichts der Doppelbelastung von Lehrkräften in der Coronakrise macht sich in erheblichem Maße Unmut unter den Pädagogen breit. So werden die hygienischen Gegebenheiten an den Schulen (Abstandsvorgaben, Desinfektionsmittel, Schulhofpräsenz, Toiletten) als sehr unbefriedigend empfunden, so die Klage des Philologenverbands Schleswig-Holstein. Der Vorsitzende nimmt dies zum Anlass, einen deutlichen Appell an die verantwortliche Bildungsministerin sowie an die regionalen Schulträger zu richten, hier für Verbesserungen zu sorgen und die Schulen bei der Organisation der stufenweisen Schulöffnung nicht allein zu lassen.

In diesem Zusammenhang wies Finger eine jüngst in den „Kieler Nachrichten“ zitierte Äußerung von Bildungsministerin Karin Prien zurück. Diese hatte gefordert, Lehrer müssten „sich künftig noch schneller auf eine gute Kombination von Präsenz- und Distanzunterricht vorbereiten.“ Die gegenwärtigen Herausforderungen sind, so Finger, kaum noch zu bewältigen – angesichts der Defizite an beiden Stellen, an denen die Lehrkräfte arbeiteten: „In der Schule haben die Kolleginnen und Kollegen alle Hände voll zu tun, um die Schüler in Kleingruppen zu unterrichten und auf Abstand zu halten, dabei auch noch selbst und andere zu schützen – während sie in ihren Privatwohnungen unterrichtliche Aufgaben auf eigenen Endgeräten zu leisten hätten – inklusive Videokonferenzen!“ Gesundheitsschutz und Datenschutz blieben dabei auf der Strecke, so der Verbandsvorsitzende.

Zum Schutz der Kolleginnen und Kollegen regte der Philologenverband Schleswig-Holstein ein freiwilliges Angebot zu Corona-Tests an. Diese könnten und sollten an den Schulen eingerichtet werden. „Was Sachsen kann und praktiziert, ist hier auch möglich“, erklärte Jens Finger.

In Bezug auf den „Fernunterricht“, der hoffentlich keine dauerhafte Notwendigkeit darstelle, forderte der Philologenverband die Berücksichtigung der Lehrkräfte bei der Bereitstellung von Endgeräten. „Die Bundesmittel dafür sollten nicht allein Schülern zur Verfügung gestellt werden“, so die Verbandsposition, „das erfordert schon die Situation in den privaten Haushalten und der Datenschutz!“

Der Philologenverband unterstütze trotz der genannten Unzulänglichkeiten und der gegenwärtig unbefriedigenden Situation die allmähliche Öffnung der Schulen und damit auch den Stufenplan der Landesregierung. „An den Schulen vor Ort aber brauchen wir mehr Unterstützung!“ schloss Finger.

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