Die letzten Wochen stellten alle Beteiligte (Schüler, Lehrer, Eltern) vor große organisatorische und emotio¬nale Herausforderungen. Es zeigt sich einmal mehr, dass Schule und guter Präsenzunterricht nicht ersetzbar sind. Der direkte, persönliche Austausch zwischen Lehrer und seinen Schülern, der zwischendurch im Unterricht stattfindet, ist ausschlaggebend für das Gelingen von Lehr- und Lernprozessen. Überdeutlich wird in diesen Zeiten zudem, dass die tragende Rolle von Schule über den engeren Bildungsauftrag weit hinausgeht, dass das Stattfinden von Schule ein wesentlicher Garant für unsere Erwerbsgesellschaft ist.

Der digitale Fernunterricht muss eine absolute Ausnahme bleiben! Und – er ist nur dann akzeptabel, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Für diese sind das Bildungsministerium und die Schulträger in die Verantwortung zu nehmen.

Ein Nebeneinander von Präsenz- und Fernunterricht erhöht die Arbeitsbelastung von Lehrern in einem beträchtlichen Maße. Hinzu kommt, dass die Kollegien durch die Vorsichtsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Pandemie teilweise erheblich ausgedünnt sind. Auch auf diesem Feld erwartet der Philologenverband eine entsprechende Kompensation durch personelle Neueinstellungen.

Aus zahlreichen Rückmeldungen und auch Umfragen wird deutlich, dass der Umgang mit dem Lernen auf Distanz noch ausbaubedürftig ist.

Insbesondere gibt es Rückmeldungen zu unzureichender Ausstattung mit Endgeräten sowohl auf Schüler- als auch auf Lehrerseite. Der Umgang mit den angebotenen Tools ist nicht immer jedem zugänglich. Die Schulen werden bei der abzusehenden Verlängerung des Lernens auf Distanz an ihre Grenzen bzgl. räumlicher und insbesondere personeller Ressourcen stoßen.

Damit es vor allem nach den Sommerferien nicht zu einer Aufweitung der Bildungsschere kommt und möglichst alle Schüler zumindest von den technischen Voraussetzungen her gleiche Chancen haben, hat der Philologenverband Schleswig-Holstein folgende Erwartungen an das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (MBWK) und an die Schulträger:

• Ausstattung sowohl der Schüler als auch der Lehrkräfte mit geeigneten digitalen Endgeräten.
• Schulungen und Fortbildung aller Beteiligten, die dies wünschen, in die Nutzung der Endgeräte und digitalen Tools
• Verbindliche Anwendung der verfügbaren Techniken und Kommunikationsformen seitens der Schule.
• Aufstocken der Lehrerressourcen auf mindestens 115%

Nur gemeinsam, zusammen mit dem Ministerium und den Schulträgern, können wir die derzeitige Situation zum Wohle aller Beteiligten bewältigen.

Jens Finger (1. Vorsitzender), 0176 – 50 88 46 48
Dr. Barbara Langlet-Ruck (2. Vorsitzende)
Walter Tetzloff (Pressesprecher), 0431 – 80 41 59