Die Fortsetzung des Fernunterrichts via elektronische Medien stellt die Lehrkräfte in Schleswig-Holstein vor große Herausforderungen. Mit dieser Feststellung reagiert der Philologenverband Schleswig-Holstein auf die Entscheidung der Landesregierung, den Unterricht in den Schulen erst allmählich und zunächst nur für die Abschlussklassen wieder aufzunehmen und das „Homeschooling“ der übrigen Schülerinnen und Schüler fortbestehen zu lassen.

„Dies stellt eine für uns ungewohnte Belastung dar“, erklärte der Vorsitzende des Phv, Jens Finger, „der wir uns aber gewachsen zeigen!“ Nach Beobachtungen und Erkundigungen des Verbandes befinden sich die Lehrerinnen und Lehrer an Gymnasien und Gesamtschulen mit Oberstufe in einer intensiven Kommunikation mit ihren Schülerinnen und Schülern. Im Einzelnen gehe es dabei um die Vergabe von mündlichen und schriftlichen Aufträgen und um telefonische pädagogische Betreuung der Lernenden. Anerkennung verdienten die Kollegien und Schulleitungen für die professionell und in pädagogischer Verantwortung vorbereiteten und zum Teil schon durchgeführten schriftlichen Abiturprüfungen. Dies sei gegen erhebliche Widerstände einzelner Schülerinnen und Schüler geschehen und sei ein Ausdruck von Verantwortung und Standhaftigkeit.

Im Einzelnen ist die Lehrer-Schüler-Kommunikation in Zeiten wie dieser aber noch ausbaufähig. Hierzu bedarf es aber vor allem einer technischen Ausstattung durch den Schulträger, die derzeit noch unbefriedigend sei. „Bedürftige Schülerinnen und Schüler müssen Endgeräte gestellt bekommen!“ forderte der Philologenverband. „Mehr noch aber gilt dies für Lehrkräfte, denen die Benutzung eigener Computer nicht in jedem Falle zugemutet werden kann. Zum Teil handelt es sich um Geräte mit Familienbenutzung, zum Teil unterliegt die dienstliche Kommunikation strengen Datenschutzvorgaben. Hier brauchen wir Unterstützung!“ forderte Finger, der sich irritiert über die jüngsten Äußerungen des Landeselternbeirats Gymnasien zeigte, der – nach einer von ihm durchgeführten Umfrage – das Engagement der Lehrkräfte in der Corona-Krise als nicht hinreichend bezeichnet hatte. „Wir haben hier eine ganz andere Wahrnehmung“, schloss Finger, der gleichzeitig dem Landeselternbeirat ein Gesprächsangebot unterbreitete.

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