Presseerklärung zum Kleinen Vertretertag in Rendsburg

„In ihrer Schulpolitik ist die Landesregierung auf dem richtigen Weg!“ Mit diesen Worten zog der Vorsitzende des Philologenverbandes Schleswig-Holstein, Jens Finger, eine Art Halbzeitbilanz der Jamaika-Koalition unter Ministerpräsident Daniel Günther. Die Anerkennung des Verbandes bezog sich auf die Implementierung von mehr Leistungselementen, die sich in Noten in der Grundschule, der behutsamen und vernünftigen Korrektur falscher Schullaufbahnentscheidungen und einer zeitgemäßen Reform der Oberstufe widerspiegele. „Mit diesen Maßnahmen wird Bildungsministerin Karin Prien den Begabungen der Schülerinnen und Schülern gerecht, aber auch ihrem Lernwillen und Lernvermögen und schließlich auch den Erwartungen der Wirtschaft und der Hochschulen an die jungen Menschen“, erklärte Finger anlässlich des Kleinen Vertretertages seiner Organisation in Rendsburg.

Vor dem zweitwichtigsten Organ des Philologenverbandes, der Zusammenkunft der Schulgruppenvorsitzenden von Gymnasien und Gemeinschaftsschulen übte der Landesvorsitzende aber auch scharfe Kritik an den Arbeitsbedingungen der Lehrerinnen und Lehrer, die schlechter seien als die in anderen Bundesländern. Hier sei vor allem die Lehrerarbeitszeit zu nennen. Das Stundendeputat von 25,5 Unterrichtsstunden pro Woche übersteige nicht nur die Pflichtstundenzahl im Kaiserreich erheblich, sie liege auch um zwei Stunden höher als die im benachbarten Niedersachsen. „Das ist nicht nur unfair, das stellt auch einen Standortnachteil für die Rekrutierung junger Lehrkräfte im länderübergreifenden Wettbewerb dar“, so Finger. Für diesen Ausdruck unzureichender Fürsorgepflicht mache der Verband hauptsächlich Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) verantwortlich wie auch für deren Weigerung, Schleswig-Holsteins Beamtinnen und Beamten die zugesagte Wiedereinführung des Weihnachtsgeldes zukommen zu lassen. Diese werde inzwischen in zwölf von 16 Bundesländern gezahlt, „bei uns im Norden noch immer nicht!“ beklagte Jens Finger.

Zu den Zielrichtungen seines Verbandes für das ausgehende und das kommende Jahr zählte der Verband die systematische landesspezifische Auswertung der mit Hochschulbegleitung durchgeführten Studie „Lehrerarbeit im Wandel“, die der Deutsche Philologenverband gegenwärtig für das ganze Bundesgebiet untersuche, und eine verstärkte Ausweitung der Verbandsarbeit auf die Gemeinschaftsschulen im Lande, wo der Mitgliederanteil im PhV steige.

Jens Finger (1. Vorsitzender)                                      Walter Tetzloff (Pressesprecher)

                0176 – 50 88 46 48                                                          0431 – 80 41 59