„Die jüngste Untersuchung des Instituts für Demoskopie in Allensbach zur Schulstruktur ist ein klares Votum für ein gegliedertes Schulwesen in Deutschland!“ Mit diesen Worten kommentierte der Vorsitzende des Philologenverbands Schleswig-Holstein, Jens Finger, die im Auftrag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erhobene Untersuchung. Finger ergänzte gleichzeitig, dass sein Verband die gegenwärtige Struktur des weiterführenden Schulwesens in Schleswig-Holstein, bestehend aus Gemeinschaftsschulen und Gymnasien, akzeptiere, aber für eine Weiterentwicklung plädiere. Der PhV sehe sich darin in dem Allensbach-Ergebnis bestätigt. Danach wollen 73 % der Befragten eine Mehrgliedrigkeit nach der Grundschule und sympathisieren mit dem Doppelangebot von Gymnasium und einer Schulform, die Haupt- und Realschule umfasse. „Das in etwa haben wir in Schleswig-Holstein, für die Gemeinschaftsschule können wir uns allerdings eine weitere Differenzierung vorstellen – wie etwa abschlussbezogene Klassen nach der Orientierungsstufe“, so Fingers Vorschlag. Der Leistungsgedanke könne und müsse in den Gemeinschaftsschulen noch stärker als bisher zum Ausdruck kommen.

Trotz der Forderung einer Mehrheit der befragten Bundesbürger nach einer Bundeskompetenz in Sachen Schulbildung bekennt sich der Philologenverband Schleswig-Holstein aber klar zur föderalen Struktur des Bildungswesens, nicht nur, weil dies dem Grundgesetz entspricht. „Die Länder sollte man nicht aus der Verantwortung für ihre Schulen entlassen, und der Bund wäre mit einer Schulaufsicht für ganz Deutschland deutlich überfordert“, erklärte PhV-Pressesprecher Walter Tetzloff. „Die Länder stehen in einem gesunden Wettbewerb für die beste Schulpolitik, und Bayern und Sachsen ist es zu gönnen, wenn sich deren Schulpolitik – wie alle Vergleichsuntersuchungen zeigen – auszahlt!“ Ein Bekenntnis zur Länderzuständigkeit schließe aber die Forderung nach mehr Vergleichbarkeit in Bezug auf die Schulabschlüsse keineswegs aus, so der Philologenverband, der auch die diesbezügliche Arbeit der Kultusministerkonferenz und deren Abstimmung nicht immer als effizient und schülergerecht empfindet.

 

Jens Finger (1. Vorsitzender)                                      Walter Tetzloff (Pressesprecher)

                0176 – 50 88 46 48                                                          0431 – 80 41 59