Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zu Arbeitszeit und Überstunden muss auch für Lehrkräfte Konsequenzen haben! Mit dieser Forderung wandte sich der Philologenverband Schleswig-Holstein an Landtag und Landesregierung. Nach der Entscheidung des EuGH müssen Arbeitszeit und Überstunden der in der Europäischen Union Beschäftigten klar ermittelbar sein. Geschehe dies auch für Lehrerinnen und Lehrer, so der Vorsitzende des Philologenverbands Schleswig-Holstein, Jens Finger, werde die tatsächliche Belastung der Lehrkräfte hier erkennbar und für den Dienstherrn transparent.

Dazu muss die Lehrerarbeitszeit im Lande konsequent und umfassend ermittelt werden, so die Forderung des PhV. Er bezog sich in diesem Zusammenhang auf ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg vom Juni 2015, das von der niedersächsischen Landesregierung eine – allerdings bis dato nicht umgesetzte – Untersuchung der Lehrerarbeitszeit verlangte. „Dieses Urteil der Lüneburger Richter erfährt jetzt durch das hochrangige und richtungweisende Urteil aus Luxemburg eine deutliche Stärkung!“ erklärte Finger, der darauf verwies, dass alle bisherigen Arbeitszeituntersuchungen den Nachweis einer zum Teil erheblichen Mehrbelastung der Lehrkräfte – gemessen an der vorgesehenen und arbeitsrechtlich vertretbaren Arbeitszeit – nachgewiesen hätten.

Eine Reduzierung des besonders in Schleswig-Holstein recht hohen Stundendeputats für Lehrkräfte sei ebenso anzustreben wie wirkungsvolle Maßnahmen zum Gesundheitsschutz, initiiert vom Dienstherrn. Dies entspreche ebenso der Fürsorgepflicht wie es der Qualität der schulischen Arbeit und damit den Kindern und Jugendlichen zugutekomme, so Jens Finger.

Jens Finger (1. Vorsitzender)                                      Walter Tetzloff (Pressesprecher)

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