In dem leichten Rückgang der Anmeldungen von Viertklässlern an schleswig-holsteinischen Gymnasien sieht der Philologenverband die ersten Auswirkungen einer richtigen und kindgerechten Schulpolitik. Der Vorsitzende des Verbandes, Jens Finger, betonte, dass die etwas geringere Zahl der Anmeldungen weder ein spektakuläres Ereignis sei noch Grund zur Beunruhigung. „Wenn Eltern jetzt in höherem Maße den Empfehlungen der Schulen folgen und sich für eine den Begabungen und Fähigkeiten ihres Kindes angemessene Schulform entscheiden, ist dies vernünftig und zu begrüßen.“ Im Übrigen könnten Gymnasien ihren Bildungsauftrag nur dann gut erfüllen, wenn es neben dem Gymnasium eine starke andere weiterführende Schulart gebe.
Insofern könne niemand ein Interesse daran haben, dass zu viele Schülerinnen und Schüler mit einer Empfehlung für die Gemeinschaftsschule – trotz Beratung – am Gymnasium angemeldet werden.
In der Anregung der SPD-Fraktion im Landtag, aufgrund dieser neuen Zahlen nun verstärkt Gemeinschaftsschulen mit neuen Oberstufen zu versehen, sieht der Philologenverband eine grundfalsche Reaktion. „Zum Einen können Absolventen von Gemeinschaftsschulen mit einem guten Mittleren Schulabschluss schon jetzt überall im Lande ihre Schullaufbahn an einem Gymnasium fortsetzen, und zum Anderen sollte unsere Gesellschaft verstärkt über Handwerkermangel und Akademikerschwemme nachdenken“, so die Position des Verbandes: „Abitur und Studium sind nicht zwangsläufig für alle jungen Menschen die richtigen Ziele!“

Jens Finger (1. Vorsitzender) Walter Tetzloff (Pressesprecher)
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