Schrägversetzungen von Gymnasien an Gemeinschaftsschulen sind kein „Aussortieren“! Mit dieser Feststellung reagierte der Philologenverband Schleswig-Holstein auf die Kritik des SPD-Landtagsabgeordneten Martin Habersaat, der Anstoß genommen hatte an der gestiegenen Zahl von Schülerinnen und Schülern, die im vergangenen Schuljahr vom Gymnasium an eine Gemeinschaftsschule gewechselt hatten, um dort ihre Schullaufbahn fortzusetzen.

„Habersaat verkennt die Lage“, erklärte der Vorsitzende des Phv, Jens Finger. In den allermeisten Fällen erfolge eine Schrägversetzung oder der freiwillige Wechsel an eine Gemeinschaftsschule zum Wohle des Kindes, um diesem Vergeblichkeitserfahrungen aufgrund zu hoher Anforderungen zu ersparen. Die Ursache für eine Korrektur der Schullaufbahn liege in allererster Hinsicht in dem bis vor Kurzem völlig uneingeschränkten Elternwillen in Fragen der Schullaufbahn. „Wenn Eltern sich für das Gymnasium entscheiden – trotz offenkundiger Leistungsdefizite, die bereits in der Grundschule erkennbar sind – kann man die Lehrkräfte an den Gymnasien nicht verantwortlich machen, wenn sich die Erwartungen der Eltern nicht erfüllen“, ergänzte Finger, der die Wiedereinführung der Schulartempfehlung in Klasse 4 der Grundschule für den richtigen Weg ansieht, falsche oder riskante Schullaufbahnentscheidungen zu vermeiden.

Im Übrigen erhebe die Schulart Gemeinschaftsschule schließlich den Anspruch, alle Schulabschlüsse, also auch das Abitur, zu vergeben, so dass ein Wechsel vom Gymnasium an die Gemeinschaftsschule doch die Bildungschancen und späteren beruflichen Möglichkeiten des Kindes nicht beeinträchtige.

 

Jens Finger (1. Vorsitzender)                                      Walter Tetzloff (Pressesprecher)

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