Deutliche Kritik an jüngsten Entscheidungen des Landesbeauftragten für politische Bildung übt der Philologenverband Schleswig-Holstein. Zwei Veranstaltungen (Eine wurde bereits durchgeführt, die andere ist im Juni vorgesehen) lösen Unverständnis und Befremden aus, so der Vorsitzende des Philologenverbandes, Jens Finger.

Der Landesbeauftragte beabsichtigt Anfang Juni 2019 einen großen Projekttag zum 70. Jahrestag des Grundgesetzes durchzuführen. Dazu sollen „parteinahe“ Stiftungen mit 100 bis 120 Schülerinnen und Schülern je einen Workshop durchführen und dabei „einen oder mehrere Grundrechtsartikel“ behandeln und diskutieren. „An sich keine schlechte Idee“, findet Jens Finger, „wenn Meyer-Heydemann nicht auf die Idee gekommen wäre, auch die der Partei `Die Linke` eng verbundene Rosa-Luxemburg-Stiftung einzubeziehen. Diese Organisation vor Schülern über Grundrechte referieren zu lassen heißt wirklich `den Bock zum Gärtner` zu machen“. Der Philologenverband wies darauf hin, dass die Partei „Die Linke“ nicht im Landtag vertreten sei und in einigen Bundesländern vom Verfassungsschutz beobachtet werde. Finger forderte die Schulleiterinnen und Schulleiter im Lande – über sie soll die Einladung an die Schülerschaft gehen – auf, kritisch mit dem Angebot umzugehen.

Eine im Dezember durchgeführte Veranstaltung zur politischen Bildung in der Schule führt den Verband der Lehrerinnen und Lehrer an Gymnasien ebenfalls zu einem sehr kritischen Rückblick. Zu einer Podiumsdiskussion zu diesem Thema wurde die Vertreterin der Landesschülervertretung Gymnasien eingeladen und aufs Podium gebeten, nicht aber eine
Lehrkraft der Gymnasien. Stattdessen wurde die Schulleiterin einer Gemeinschaftsschule eingeladen, die nur vorübergehend über eine Oberstufe verfügte. Das Fach „Wirtschaft / Politik“ wird aber an Gymnasien von der Klasse 8 bis zum Abitur durchgehend unterrichtet, während politische Inhalte an Gemeinschaftsschulen allenfalls in dem dortigen Fach Weltkunde zur Sprache kommen.

„Wir wünschen dem Landesbeauftragten für die Zukunft eine etwas glücklichere Hand bei der Auswahl seiner Akteure und `Workshop-Leiter`“, schloss Jens Finger.

Jens Finger (1. Vorsitzender) Walter Tetzloff (Pressesprecher)
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