Die Reform der Oberstufe in Schleswig-Holstein muss die Balance halten zwischen qualifizierter Allgemeinbildung und einer angemessenen Wahlfreiheit für Schülerinnen und Schüler! Mit dieser Forderung brachte sich der Philologenverband erneut in den gegenwärtigen Diskussionsprozess um eine Weiterentwicklung der Oberstufen an Gymnasien und Gemeinschaftsschulen ein, der im März in eine Anhörungsfassung der Bildungsministerin einfließen soll.

„Dabei sollte die herausgehobene Stellung der Kernfächer Deutsch, Mathematik und einer Fremdsprache unbedingt erhalten werden“, forderte der Vorsitzende des Verbandes, Jens Finger. „Diese Fächer tragen in hohem Maße zur Studier- und zur Ausbildungsfähigkeit bei“, betonte Finger, „außerdem haben sie eine Transportfunktion für andere Fächer.“ Der Philologenverband zeigte sich offen in der Diskussion, ob nach wie vor alle drei Kernfächer und das von Schülerinnen und Schülern gewählte Profilfach mit erhöhtem Anspruch unterrichtet werden müssten. „Eine Reduktion von drei Kernfächern auf erhöhtem Anforderungsniveau auf nur eines werden wir nicht akzeptieren“, so die eindeutige Position des Philologenverbandes, der sich auch gegen „Huckepackkurse“ aussprach, in denen Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Anforderungen gemeinsam unterrichtet würden. „Solche Konstrukte werden keiner Gruppe gerecht“, so Finger.

Finger bekannte sich für seine Organisation klar zur Wahlfreiheit der Schülerinnen und Schüler. Deswegen sei auch die Aufwertung der Profilfächer eine gute Option. „Das bedeutet für uns ein klares `Ja` zur Fünfstündigkeit des Profilfaches!“ Ob eine Rückkehr zu Leistungskursen, wie sie vor 2005 bestanden, sinnvoll, d. h. pädagogisch und schulpolitisch geboten sei, sei derzeit Gegenstand des Diskussionsprozesses, der auch in seinem Verband noch nicht abgeschlossen sei, schloss Finger, der seinen Verband im Großen und Ganzen „hinter dem behutsamen Reformprozess von Bildungsministerin Prien“ sieht.
„Besonders erfreulich finden wir die vernünftige und praxisnahe Haltung, die die Landesschülervertretung und ihr Sprecher Julian Dercho in dieser Frage einnehmen (Presseerklärung vom 30. Jan. d. J.)“.

Jens Finger (1. Vorsitzender) Walter Tetzloff (Pressesprecher)
0176 – 50 88 46 48 0431 – 80 41 59