Das von Bildungsministerin Karin Prien vorgestellte Diskussionspapier zur Reform der Oberstufe findet in wesentlichen Punkten die Zustimmung des Philologenverbands. „Mit dieser Vorlage ist die Ministerin auf dem richtigen Weg“, erklärte der Vorsitzende des Verbandes, Jens Finger. Der PhV begrüße die Entscheidung, die Kernfächer Deutsch, Englisch und Mathematik aufzuwerten und gleichzeitig das Profilfach zu stärken. Die vorgesehene Fünfstündigkeit (statt der bisherigen Vierstündigkeit) trifft auf die volle Zustimmung des Philologenverbandes.

Dagegen erhebt der Verband Bedenken gegenüber der ministeriellen Absicht, eines der drei Kernfächer nur noch auf grundlegendem Anforderungsniveau zu unterrichten. Dies könne zu einem Bedeutungsrückgang des Fachs Mathematik führen, wie es das Fach schon aufgrund der Abwahlmöglichkeit eines Kernfachs im schriftlichen Abitur erfahren habe. „Hier sehen wir noch Gesprächsbedarf“, betonte Jens Finger.

Der Philologenverband unterstützt außerdem die Absicht, das sprachliche Profil an den Gymnasien zu stärken. Dabei sei aber die bisherige Regelung (drei Fremdsprachen als Vorausset-zung) beizubehalten. Damit mehr Schülerinnen und Schüler diese Voraussetzung erfüllen, ge-höre in der Mittelstufe die Einrichtung des Wahlpflichtunterrichts auf den Prüfstand, wo viele Schülerinnen und Schüler das Angebot einer dritten Fremdsprache (Französisch, Latein oder Spanisch) nicht nutzten und stattdessen auf projektorientierte Angebote unterschiedlichen Anspruchs auswichen.

Insgesamt begrüßt der Verband die erkennbare bildungspolitische Absicht, für die gymnasiale Oberstufe eine Synthese aus Klassenverband und Kurssystem vorzusehen und damit notwendige qualifizierte Allgemeinbildung und neigungs- und begabungsorientierte Spezialisierung in Einklang zu bringen.

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