Die Übertragung der Schul- und Fachaufsicht für berufliche Schulen ins Wirtschaftsministerium stößt auch beim Philologenverband Schleswig-Holstein auf Kritik. „Allgemeinbildende und berufliche Schulen haben zwar unterschiedliche Bildungsaufträge, beide unterliegen aber dem gesetzlichen Bildungs- und Erziehungsauftrag, und dessen Zuständigkeit gehört ins Bildungsministerium“, erklärte der Vorsitzende des PhV, Jens Finger. Die Zuständigkeit für alle Schulen sei bei Bildungsministerin Karin Prien gut aufgehoben, ergänzte Finger. Die Aufteilung in zwei Ministerien sei der Vergleichbarkeit der Abschlüsse und der konkreten und detaillierten Abstimmung über Bildungsgänge und fachliche Anforderungen abträglich, so der Philologenverband.

Zugleich betonte der Verband, dass er der Kritik der Konkurrenzorganisation  GEW nur in Teilen zustimmen könne. „Deren Befürchtung, unter Wirtschaftsminister Buchholz würden Berufsschülerinnen und –schüler Opfer von sogenannten Verwertungsinteressen der Wirtschaft werden, halten wir unbegründet und für ideologischen Unsinn“, erklärte Finger.

Dem Philologenverband Schleswig-Holstein gehe es um vergleichbare Ansprüche etwa von allgemeinbildenden und Fachgymnasien. Dazu gehöre auch ein hinreichender Anteil allgemeinbildender Fächer und Bildungsinhalte; denn schließlich beanspruchten die Fachgymnasien für ihre Abiturienten Studierfähigkeit. Schon aus diesem Grunde liege eine Schulaufsicht unter einem Dach nahe, so der Verband.

Jens Finger (1. Vorsitzender)                        Walter Tetzloff (Pressesprecher)

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