Die Jungen Philologen sehen den Mangel an Lehrkräften in Schleswig-Holstein als sehr kritisch an. Es herrscht immer noch ein eklatanter Mangel an ausgebildeten Lehrkräften im Land. Das liegt nach Meinung der Jungphilologen aber nicht an der Bewerberlage, sondern schlicht an zu wenigen Planstellen im Land.

„Es gibt Lehrkräfte, die mehr als 16 Verträge als Vertretungslehrer hintereinander haben. Eine Beziehung zur Schule, den Eltern, Kindern und dem Kollegium aufbauen, um gut und nachhaltig zu arbeiten, ist so schlicht nicht möglich. Es kann nicht das Ziel sein, dass Lehrerinnen und Lehrer als Notnagel dienen, damit überhaupt Unterricht stattfindet,“ führt Hendrik Vadersen, der Vorsitzende der Jungen Philologen, aus. ‚Jede Stunde zählt!‘ verkommt so zu einer hohlen Phrase. Auch die fehlende Planungssicherheit der jungen Lehrkräfte bemängelt Vadersen: „Zwar können sich viele Lehrkräfte sicher ein, dass sie auch im neuen Schuljahr gebraucht werden, viele wissen aber bis heute noch nicht wo. Planungssicherheit und Wertschätzung der Arbeit ist das bei weitem nicht!“

Vadersen fordert daher eine Erhöhung der Zahl der Referendarsstellen, die Aufstockung der Planstellen und eine starke Reduzierung der sogenannten Kettenverträge durch Festanstellungen. „Wenn sogar Lehrkräfte mit dem Mangelfach Informatik erst in 36 Monaten einen Ausbildungsplatz bekommen, obwohl Ministerin Prien die Digitalisierung der Schulen fördern und das Fach Informatik in den Schulen als Pflicht etablieren will, läuft etwas eklatant schief. Ebenso muss sich das Ministerium die Frage stellen, warum bei einem Lehrermangel nur 160 Referendare ausgebildet werden, wenn sich 618 Lehramtsanwärter beworben haben. Dies nenne ich Sparpolitik!“ so Vadersen.

Hendrik Vadersen
1. Vorsitzender der Jungen Philologen
0170 – 280 7777

Jens Finger
1. Vorsitzender des Philologenverbands
0176 – 50887648