Der Philologenverband Schleswig-Holstein fordert die Bildungsministerin auf, eine gerechte Arbeitszeitregelung für die Studienleiterinnen und Studienleiter einzuführen. „Die Studienleiter leisten eine so wichtige und unentbehrliche Arbeit für die Ausbildung der Lehramtsanwärter im Lande, dass es selbstverständlich sein sollte, dass sie angemessene und zumutbare Arbeitsbedingungen haben“, erklärte der 1. Vorsitzende des PhV, Jens Finger.

Finger nahm Bezug auf die jüngste Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Schleswig, wonach die Pauschalen für die aufgewendeten Fahrtzeiten „nicht sachgerecht“ seien. Zur Erklärung: Studienleiterinnen und Studienleiter müssen sogenannte „Ausbildungsmodule“ an unterschiedlichen Orten im Lande anbieten und für ihre Unterrichtsbesuche teilweise erhebliche Strecken in ihren Pkw zurücklegen. Die von der früheren Landesregierung und der damaligen Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) zu verantwortenden Fahrzeitpauschalen hatte das Gericht für nicht vertretbar erklärt. Die empirische Grundlage seien Erhebungen von lediglich 14 Studienleitern gewesen. Das Gericht hatte auch eine Vereinbarkeit mit der wöchentlichen Arbeitszeit von 41 Stunden angemahnt.

Der Philologenverband begrüßte die Entscheidung als Teilerfolg für den Verband, der der klagenden Studienleiterin Unterstützung durch seinen Dachverband dbb gewährt hatte. „Die Arbeitszeitverordnung für Studienleiter ist gescheitert!“ resümierte Jens Finger, der für die Berufsgruppe der Studienleiter nachdrücklich die Einstellung von mehr Kräften forderte, die diese wichtige Aufgabe übernehmen müssten. „Das kann aber nur gelingen, wenn die Arbeitsbindungen stimmen und wenn die Studienleiter nicht einen zu großen Teil ihrer Dienstzeit auf der Straße verbringen“, erklärte Finger für seinen Verband. „Eine Lösungsmöglichkeit wäre auch die konsequente Regionalisierung der Ausbildung und damit eine Abkehr vom Modultourismus.“ Die Auflösung der Regionalseminare im Jahr 2004 sei entscheidender Fehler gewesen.

Jens Finger (1. Vorsitzender)                        Walter Tetzloff (Pressesprecher)

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