Die in den letzten Jahren neugegründeten Oberstufen an bestehenden Gemeinschaftsschulen hält der Philologenverband Schleswig-Holstein für bildungspolitisch überflüssig und finanzpolitisch inakzeptabel. Der 1. Vorsitzende des Verbandes, Jens Finger, sieht diese Bedenken in dem jüngsten Gutachten des Landesrechnungshofes bestätigt. „Erstens ist die Nachfrage nach Oberstufenunterricht an den Gemeinschaftsschulen offenbar geringer, als die rot-grüne Regie-rung unter Torsten Albig erwartet oder prognostiziert hatte, und zweitens ist für 16- bis 18-jährige Schülerinnen und Schüler in Gemeinden wie Bordesholm, Nortorf und Handewitt ein überschaubarer Schulweg nach Neumünster, Rendsburg und Flensburg nicht nur zumutbar, er ist auch eine Selbstverständlichkeit für die Gymnasiasten jener Gemeinden“, erläuterte Finger, „und das bereits seit deren Einschulung in Klassenstufe 5!“

Der Philologenverband wiederholte in diesem Zusammenhang auch seine Kritik an der Einrichtung einer neuen Oberstufe an der Gemeinschaftsschule Pönitz (Ortsteil der Gemeinde Scharbeutz im Kreis Ostholstein), wo für die betreffenden oberstufenfähigen Gemeinschaftsschüler der Besuch bestehender Gymnasien in Bad Schwartau, Eutin und Timmendorfer Strand bequem möglich wäre. Bedauerlicherweise sei diese Oberstufe von Bildungsministerin Prien auf Druck örtlicher Kommunalpolitiker genehmigt worden, obwohl im Koalitionsvertrag eine Notwendigkeit für die Einrichtung neuer Oberstufen an Gemeinschaftsschulen ausdrücklich nicht gesehen wurde.

„Ungeachtet der gesetzlich vorgesehenen Mindestgrenze muss festgestellt werden: Das Angebot an Wegen zum Abitur ist in Schleswig-Holstein groß genug, wenn man die beruflichen Gymnasien mit einbezieht“, stellte Finger fest, „wer das ignoriert, handelt bildungspolitisch falsch und muss sich angesichts der hohen Kosten für kostspielige Neueinrichtungen vor dem Steuerzahler rechtfertigen!“

Jens Finger (1. Vorsitzender) Walter Tetzloff (Pressesprecher)
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