Bundesdirektorenkonferenz (BDK)

Erfurt 27. – 30.09.2017

 Tagungsthema: Veränderungen in der Oberstufe und im Abitur

Die diesjährige Herbsttagung der Bundesdirektorenkonferenz (BDK Gymnasien) in Erfurt wurde mit dem Vortrag: „Die Lotterie des Lebens – wie fair ist das Abitur in Deutschland?“ eingeleitet.  Frau Miriam Olbrisch (für Bildung zuständige Redakteurin beim Spiegel, Hamburg) gelang es versiert und treffend, den föderalen Flickenteppich und die Ungleichbehandlung der Schülerinnen und Schüler im Hinblick auf das Abitur zu illustrieren:

  • Die Bundesländer haben höchst unterschiedliche Nutzungsvarianten für den Aufgabenpool für die Abiturprüfungen 2017
  • Abitur-Prüfungsmodalitäten unterscheiden sich erheblich (Formate, Wählbarkeit, Mengen, Bearbeitungszeiten, Anteile Schriftlich/Mündlich, Besondere Lernleistungen, Nachprüfungsoptionen,…)
  • Aufbau der jeweiligen Oberstufe mit großen Abweichungen (Einbringpflicht, Streichungsmöglichkeiten, Unterrichtsstundenvolumen,…)

Das Fazit: Es ist immer noch so, dass man mit bestimmten Talenten und Vorlieben in den Bundesländern unterschiedliche Chancen hat. Beispiele aus (überaus zahlreichen Leserzuschriften) zum Thema konnten verdeutlichen, dass in der Bevölkerung der Unmut wächst. Zum Teil wurden auch offen `kreative Lösungen` für die Bewältigung von Abitur-Prüfungen geschildert („Die Präsentationsprüfung hat mir mein Nachhilfelehrer gefertigt.“)

Im Verlauf der Tagung einigte sich die BDK auf eine Erklärung, die unsere kritischen Verlautbarungen der Bremer Tagung („Die gymnasiale Oberstufe – ein weiteres föderales Chaos“, 28.02.2014) und der Düsseldorfer Tagung („Die föderale Bildungspolitik ist gescheitert, BDK fordert bundesweites Zentralabitur“, 26.09.2014) aufnimmt und aktualisiert.

Hans-Walter Thee